ForschungLehrstühle/FachgebieteBetriebswissenschaften und Montagetechnik
Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb)



"Die Zusammenarbeit von Forschung und Industrie ist auf dem Gebiet der Produktionstechnik besonders fruchtbar. Produktionstechnisches Wissen zu erweitern und zur Anwendung zu bringen wirkt sich in der Regel direkt in der Verbesserung der Kostensituation von Unternehmen aus. Somit verwandelt die Industrie Wissen in Geld. Die Wissenschaft wiederum wandelt Geld in Wissen. Nachdem die produzierende Industrie mit ca. 8,5 Mio. Arbeitsplätzen in Deutschland drittgrößter Arbeitgeber ist, besitzen die produktionstechnische Forschung und der beschriebene Innovationsmechanismus einen hohen Stellenwert."

Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart

"Die Werkzeugmaschinenbranche ist eine wichtige Schlüsselbranche für den Erfolg einer Volkswirtschaft. Der deutsche Werkzeugmaschinenbau wiederum hat einen ausgezeichneten Ruf und gilt im weltweiten Vergleich als Innovationsführer. Flankierend wirken weitere eng verzahnte Industriezweige wie beispielsweise die Optikindustrie und der Werkzeug- und Formenbau. Dies bedeutet einen Wettbewerbsvorteil des Standortes Deutschland im Umfeld der Globalisierung der Märkte. Die deutschen Hersteller profitieren im besonderen Maße von einer intensiven Zusammenarbeit mit den Hochschulen, speziell mit produktionstechnischen Instituten wie dem iwb. Das iwb ist ein verlässlicher Partner und stützt sich auf eine Mannschaft erfahrener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Studierenden bieten wir die Möglichkeit, diese Branche intensiv kennen zu lernen und im Rahmen von praxisnahen Studientätigkeiten ihr Wissen auf diesem Gebiet zu vertiefen."

Prof. Dr.-Ing. Michael F. Zäh

Ausgewählte Forschungsprojekte des Instituts für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften:

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Adaptronik für Werkzeugmaschinen am iwb
Der Einsatz aktiver Komponenten zur Reduktion unerwünschter Schwingungen an spanenden Werkzeugmaschinen bietet enormes Potential zur Steigerung der Bearbeitungsgeschwindigkeit und -präzision. Hierfür werden geeignete Sensoren und Aktoren, welche durch ein Regelungssystem verbunden sind, an der Maschinenstruktur angebracht bzw. in diese integriert. Für derartige Systeme wurde in den letzten Jahren der Begriff „Adaptronik“ geprägt. Trotz der hervorragenden Perspektiven, welche die adaptronische Optimierung von Werkzeugmaschinen bietet, findet eine industrielle Anwendung noch kaum statt. Ein wesentlicher Grund hierfür ist das Fehlen einer durchgängigen Auslegungssystematik. So müssen die optimale Position der Aktoren und Sensoren sowie die Parameter des Dämpfungsreglers bislang nach der Trial-and-Error-Methode ermittelt werden. Auch das Fehlen eines Werkzeugs zur Vorhersage der mit einem aktiven Dämpfungssystem erreichbaren Qualitäts- und Geschwindigkeitssteigerung wirkt als Markteintrittsbarriere. Die Erarbeitung einer sytematischen, rechnergestützten Vorgehensweise zur Auslegung adaptronischer Dämpfungssysteme ist daher das Ziel eines Forschungsvorhabens und wird im Rahmen des Schwerpunktprogramms 1156: „Adaptronik für Werkzeugmaschinen“ durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
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RoFaLas und RoboLaSS
Das iwb erarbeitete in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt RoFaLas - Robotergeführtes Remote-Laserstrahlschweißen mit dem Faserlaser - neue Werkzeuge und Methoden zum scannerlosen Remote-Laserstrahlschweißen (RLS). Beim scannerlosen RLS erfolgt die Laserstrahlablenkung durch die Roboterbewegungen. Dies spart die Investitionskosten für den Scanner und vereinfacht die Programmierung der Steuerung. Bei den Prozessuntersuchungen zum RLS wurden Parameter ermittelt, welche in der Bahnplanung zur optimalen Bewegungsführung verwendet werden können. Das Nachfolgeprojekt RoboLaSS - Robotergeführter Laser zum Schneiden und Schweißen - führt die Arbeiten an RoFaLas zur Remote-Laserstrahlmaterialbearbeitung fort. Schwerpunkte werden in diesem Projekt die Prozessuntersuchungen zum Laserstrahl-Schmelzschneiden und -Sublimationsschneiden mit einem Scanner, sowie die Entwicklung geeigneter Algorithmen für eine automatische Bahnplanung zum Remote-Laserstrahlschneiden und -schweißen sein. Forschungsbedarf besteht bei der Bahnplanung vor allem im Zusammenspiel der Freiheitsgrade von einem Sechs-Achsen-Knickarm-Roboter und einem 3D-Scanner, da durch die redundanten Kinematiken beliebige Bahnen gefahren werden können.
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Forschungsverbund ForWerkzeug
Im Oktober 2004 wurde unter Leitung von Professor M. F. Zäh mit dem Forschungsverbund ForWerkzeug ein Netzwerk aus Forschungseinrichtungen der Universität Erlangen-Nürnberg und der Technischen Universität München sowie dem Bayerischen Laserzentrum gemeinsam mit Unternehmen aus der bayerischen Wirtschaft zur Entwicklung neuer Technologie- und Maschinenkonzepte für den Werkzeug- und Formenbau gegründet. Innerhalb des Förderzeitraums von drei Jahren bestand die Zielsetzung darin, Technologien und Methoden zu erarbeiten, mit deren Hilfe qualitativ hochwertige Werkzeug- und Formeinsätze flexibel und wirtschaftlich hergestellt werden können. Inhaltlich gliederten sich die Arbeitsgebiete dabei in die Bereiche „Herstellung von Werkzeugen“, „Konstruktion und Auslegung von Werkzeugen“ und „Integrierte Optimierung von Prozess und Bauteil“.
Im Projektbereich A „Auslegung und Konstruktion von Werkzeugen und Formeinsätzen“ wurden innerhalb von drei Teilprojekten die funktionalen und geometrischen Eigenschaften flexibler Werkzeuge entwickelt, die wiederum in anderen Bereichen die Basis für die Werkzeugherstellung bzw. deren Optimierung sind.
Im Projektbereich B „Herstellung von Werkzeugen und Formeinsätzen“ war mit vier Teilprojekten beabsichtigt, neue Verfahren zu entwickeln, mit denen solche flexiblen Werkzeugsysteme hergestellt werden können.
Den drei Teilprojekten im Projektbereich C „Integrierte Qualitätssicherung und Optimierung von Prozess und Bauteil“ wurde eine Schlüsselrolle zugeordnet, da hier die Verknüpfung zwischen dem späteren Prozess und den mit den Werkzeugen herzustellenden Bauteilen erfolgt und zudem die Qualitätssicherung als Querschnittsaufgabe enthalten ist.
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Die Kognitive Fabrik
Im Rahmen des Exzellenzclusters CoTeSys (Cognition for Technical Systems) werden am iwb in interdisziplinären Projekten die Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten von Kognition und künstlicher Intelligenz (KI) in technischen Systemen am Beispiel der „Kognitiven Fabrik“ untersucht. Durch die Anwendung von kognitiven Fähigkeiten, wie z. B. Wahrnehmung, Erkennen, Lernen und Planen können sich Betriebsmittel, Produkte und Steuerungssysteme optimal an geänderte Randbedingungen in der Produktion anpassen. Das iwb sieht in diesem Ansatz viel versprechende Potenziale für die Fabrikautomation der Zukunft.
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INSTITUT FÜR WERKZEUGMASCHINEN UND BETRIEBSWISSENSCHAFTEN

Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart
Prof. Dr.-Ing. Michael F. Zäh

Technische Universität München
Fakultät für Maschinenwesen
Gebäudeteil 3
Boltzmannstraße 15
D-85748 Garching bei München

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