CirculaTUM

Wie können wir Wertschöpfung nachhaltiger und zugleich resilienter gestalten, Ressourcen intelligenter nutzen und für kommende Generationen bewahren? Mit CirculaTUM leistet die Technische Universität München einen Beitrag zur Neuerfindung unserer Wirtschaftsweise und Entkopplung zwischen Wohlstand und Ressourcenverbrauch.

Interdisziplinärer Forschungsverbund für die Circular Economy

Klimawandel und Ressourcenverknappung ebenso wie die Sicherstellung industrieller Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit sind wesentliche Treiber der Transformation zu einer Circular Economy.

Mit ihrem Forschungsprofil und Studienangebot verfügt die Technische Universität München über eine herausragende Stellung, um diesen epochalen Wandel aktiv mitzugestalten. Hierfür bündelt CirculaTUM die vielfältigen Kompetenzen der TUM über alle Disziplinen und Standorte hinweg, treibt die Entstehung neuer Forschungsvorhaben voran, unterstützt die Vermittlung systemischen Denkens in der Lehre und trägt zur Aktivierung des studentischen Engagements und unternehmerischer Potenziale bei.

Als Impulsgeber für den Paradigmenwechsel von der traditionellen, linearen Wirtschaftsweise hin zu einem zirkulären Modell befördert CirculaTUM aktiv den Austausch mit Wirtschaft und Gesellschaft und leistet einen wissenschaftlichen Beitrag zur industriellen und gesellschaftlichen Transformation.

Circular Economy: Ein neue wirtschaftliche Logik

“A circular economy describes an economic system that is based on business models which replace the ‘end-of-life’ concept with reducing, alternatively reusing, recycling and recovering material in production/distribution and consumption processes (...), with the aim to accomplish sustainable development, which implies creating environmental quality, economic prosperity and social equity, to the benefit of current and future generations.”

aus: Kirchherr J et al.: "Conceptualizing the circular economy: An analysis of 114 definitions". Resources, Conservation and Recycling. 2017; 127: 221-232.

Kompetenzen

CirculaTUM fokussiert die industrielle Wertschöpfung, gebaute Umwelt sowie natürliche Kreisläufe als Schwerpunkte, wobei insbesondere Stoffkreisläufe im Mittelpunkt stehen, während regenerative Energien vornehmlich in anderen Clustern und Forschungsverbünden untersucht werden.

Für alle genannten Schwerpunkte sind die Querschnittsthemen Ökonomie, Gesellschaft,  Digitalisierung, Prozesse und Verfahren sowie Materialwissenschaft und -technik auf unterschiedliche Weise relevant.

Drei besonders bedeutende und in tiefgreifenden Umbrüchen befindliche Transformationssysteme stellen spezifische Anwendungsfelder für die Schwerpunkte und ihre Querschnittsthemen dar. Darin entwickelte Implementierungspfade sollen auf andere Kontexte übertragen werden.

Schwerpunkte

  • Industrielle Wertschöpfung

    Technologie- und Prozesslösungen zur Schließung industrieller Materialkreisläufe. Zirkularität in Produktentwicklung und -design, Produktion und Logistik sowie Betrieb/(Zweit-)Nutzung inkl. Instandhaltung, Reparatur und Wiederverwendung. Rückführung, Wiederaufbereitung und Refabrikation bzw. Trennung, Sortierung und Rezyklierung.

  • Gebaute Umwelt
    Ganzheitliche Ressourceneffizienz in Baukonzeption und Bauprozessen. Stadt- und Objektplanung, Berechnung, Simulation und Nachhaltigkeit im Baustellenmanagement. Rückbau, Wiederverwertung und Urban Mining.
     
  • Natürliche Kreisläufe

    Regeneration der Biosphäre durch Nutzung und Wiederherstellung erneuerbarer Wertströme in Land-/Forstwirtschaft und Grundstoffproduktion. Behebung von Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzung. Erneuerbare Materialien und Biotechnologie.

Querschnittsthemen

  • Ökonomie
    Geschäftsmodellierung, Entrepreneurship, Bilanzierung und Bewertung, Besteuerung.
  • Gesellschaft
    Politische Rahmenbedingungen, soziale Implikationen und Gesellschaftsmodelle.
  • Digitalisierung

    Intelligente Auswertung und Vernetzung, Robotik und Automatisierung, KI und IoT, Softwarelösungen und digitale Abbildung, Virtualisierung physischer Objekte und Prozesse.

  • Prozesse und Verfahren
    Ver- und Entsorgung, operative Kreislaufführung und zirkuläre Logistik, Lieferkettenresilienz und -transparenz, Produktionstechnik.

  • Materialwissenschaft und -technik
    Biobasierte und regenerative Materialien, Substitution fossiler Rohstoffe, Herstellungsverfahren.

Transformationssysteme

  • Mobilität und Automotive
    Neue Mobilitätskonzepte und Wandel der Automobilindustrie im Sinne der Circular Economy.
  • Urbane Räume
    Städte der Zukunft als Hort für zirkuläres Denken, Handeln und Leben.
  • Regionale Entwicklung
    Herausforderungen und Chancen zirkulären Wandels für Regionen, nachhaltige Wirtschaftsimpulse für Landwirtschaft und Ernährung.
  • Globaler Süden
    Nachhaltige Entwicklung unter Vermeidung und Behebung negativer Externalitäten.

Verbund

Koordination

  • Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner, Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml)
  • Prof. Dr. Magnus Fröhling, Professur für Circular Economy
  • Niclas-Alexander Mauß, Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml)
  • Tobias Michl, TUM Sustainability Office

Mitglieder

  • Prof. Dr. Frank-Martin Belz, Lehrstuhl für unternehmerische Nachhaltigkeit
  • Prof. Dr. Thomas Brück, Werner Siemens-Lehrstuhl für Synthetische Biotechnologie (WSSB)
  • Prof. Dr. Gunther Friedl, Lehrstuhl für Controlling
  • Dr. Philipp Gerbert, TUM Venture Labs, UnternehmerTUM
  • Prof. Dr. Svetlana Ikonnikova, Professur für Resource Economics
  • Prof. Dipl.-Ing. Hermann Kaufmann, Professur für Entwerfen und Holzbau
  • Prof. Dr.-Ing. Werner Lang, Lehrstuhl für energieeffizientes und nachhaltiges Planen und Bauen
  • Prof. Dr.-Ing. Markus Lienkamp, Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik (FTM)
  • Prof. Dr. Peter Mayr, Lehrstuhl für Werkstofftechnik der Additiven Fertigung, TUM.Idea
  • Prof. Dr.-Ing. Frank Petzold, Lehrstuhl für Architekturinformatik
  • Prof. Dr. Clarissa Prazeres da Costa, Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene
  • Prof. Dr. Klaus Richter, Lehrstuhl für Holzwissenschaft
  • Prof. Dr. Isabell M. Welpe, Lehrstuhl für Strategie und Organisation
  • Prof. Dr.-Ing. Michael Zäh, Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften (iwb)

Bitte kontaktieren Sie uns jederzeit bei Interesse an wissenschaftlicher Mitwirkung im Forschungsverbund, einer Zusammenarbeit im industriellen, unternehmerischen oder gesellschaftlichen Kontext und allen sonstigen Anliegen.