LOCO – Logistics Objects in Context

Ausgangssituation

Steigende Produktvielfalt, Kostendruck und Fachkräftebedarf führen weltweit zu einem wachsenden Bedarf an Vollautomatisierung in der Logistik. Bestehende Automatisierungssysteme bieten jedoch nicht die notwendigen Fähigkeiten, um der Komplexität und hohe Prozessdynamik in der Logistik gerecht zu werden. Dementsprechend lässt sich ein Paradigmenwechsel in der Logistik beobachten - von starr programmierten Automaten hin zu intelligenten Maschinen. Methoden des maschinellen Lernens erzielen hervorragende Ergebnisse, wenn klassische Ansätze versagen. Entscheidender Faktor für den Erfolg maschinellen Lernens ist die Datenmenge, auf die das Modell zugreifen kann.

In der maschinellen Bildverarbeitung konzentrieren sich bisherige Bilddatenbanken auf übliche Szenen mit gewöhnlichen Objekten wie Menschen, Kleidung und Essen. Eine großflächige Integration in die Logistikprozesse ist bisher gescheitert, da moderne Bilddatensätze die benötigten aufgaben- und umgebungsspezifischen Objektklassen nicht abdecken. Um dieses Problem zu lösen, erstellt und veröffentlicht der Lehrstuhl für Fördertechnik, Materialfluss, Logistik (fml) den LOCO-Datensatz (Logistics Objects in Context), der sich mit Industrieszenen und logistikspezifischen Objekten wie Paletten, Ladungsträgern oder Fördertechnik beschäftigt.

Zielsetzung

Ziel des Projektes ist die Erstellung und Veröffentlichung eines Datensatzes annotierter, intralogistischer Bilder zum Training lernender Algorithmen (z. B. Deep Learning). Dieser Datensatz ermöglicht den Transfer der Erkenntnisse aus dem Bereich des maschinellen Lernens in die Logistikdomäne. Der Open-Innovation Ansatz gestattet die Weiterentwicklung der Objekterkennungsalgorithmen im Bereich der Logistik und ermöglicht zukünftig die kostengünstige Entwicklung intelligenter Systeme, wie Assistenzsysteme für Flurförderzeuge oder Autonome Transportsysteme für sowohl Forschungsinstitute, als auch Klein- und Mittelständische Unternehmen.

Ziele und Vorgehensweise

Im ersten Schritt des Forschungsprojektes wird eine Marktanalyse für geeignete Industriepartner durchgeführt. Diese werden kontaktiert und über das Vorhaben unterrichtet. Gesucht werde Firmen mit Produktions- und Logistikzentren jeglicher Branche (Automotive, Einzelhandel, Food, etc.).

Im zweiten Schritt erfolgt die Bildaufnahme. Beim vor-Ort Besuch werden Aufnahmen mit unterschiedlichen Kameras im Produktions- und Logistikbereich der Industriepartner erstellt. Befinden sich Mitarbeiter(innen) im Bereich der Aufnahmen, werden diese schon bei der Aufnahme verpixelt und unkenntlich gemacht - erst im Anschluss werden die Aufnahmen abgespeichert.

Im dritten Schritt werden die Aufnahmen manuell annotiert und abschließend veröffentlicht. Sollten Sie Interesse an einer Kooperation oder dem Datensatz haben, wenden Sie sich bitte an den unten aufgeführten Ansprechpartner.