Mittelstand 4.0

Ausgangssituation

Der zunehmende Wettbewerbsdruck und die wachsende Zahl globaler Konkurrenten fordern auch von den bayerischen Unternehmern ein hohes Maß an Innovations- und damit auch Investitions- und Risikobereitschaft. Während Großunternehmen Risiken in der Forschung und Entwicklung durch ihr Umsatzvolumen finanziell in vielen Fällen abfangen können, ist es mittelständischen Unternehmen bei gleichem Innovationsgrad nicht möglich, diese Risiken alleine zu tragen. Innovative Durchbrüche im Bereich von Industrie-4.0-Anwendungen, wie z. B. von Big Data sowie Smart Data, sind aktuell für den bayerischen Mittelstand ohne professionelle und unternehmensspezifische Unterstützung nur schwer möglich.

Zielsetzung

Mit der Förderung im Themenfeld „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ will das
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Produktion
und Handwerk bei der Umsetzung und dem Einsatz von Digitalisierung und Vernetzung unterstützen. Durch die
Überwindung von Defiziten im Bereich der Datenerhebung und -nutzung sollen dem Mittelstand und dem
Handwerk, die sich gerade in Deutschland durch ihre Flexibilität und ihren Erfindungsreichtum auszeichnen, neue
Arbeitsmethoden, Produkte und Wertschöpfungsprozesse eröffnet werden.

Vorgehen

Ausgehend von einem physischen Zentrum am Standort Augsburg sowie drei Expert-Hubs in Garching bei München, Regensburg und in Nürnberg als fachliche Ergänzung soll das Kompetenzzentrum durch seine Aktivitäten regionale Unterstützungsnetzwerke aus Anwendern, Anbietern und Wissenschaftlern aufbauen.

Der Zugang zu Unternehmerinnen und Unternehmen soll dabei über folgende Kanäle realisiert werden:

  • Ein Mittelstand 4.0-Mobil, das als mobiler Industrie 4.0-Demonstrator in einem LKW mit verschiedenen Demonstratoren bestückt Liveerlebnisse zu den Unternehmen vor Ort bringt.
  • Eine Mittelstand 4.0-Akademie, die verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen anbietet.
  • Die Mittelstand 4.0-Online-Plattform, die als virtuelles Zentrum durchgehend Angebote, Informationen und Ideen bereithält, damit Digitalisierungslösungen in den Unternehmen Einzug halten können.

Die vorrangige Zielgruppe des Kompetenzzentrums sind Unternehmen des Mittelstands und Handwerks im Wirtschaftsraum Bayern. Aus dieser Zielgruppe sollen im Rahmen der Initiative Interessenten Kleinprojekte zur Ermittlung von Digitalisierungspotenzialen sowie größere Umsetzungsprojekte als Pilotprojekte durchgeführt werden. Im Speziellen sollen hierbei deren Potenzial und Handlungsfelder anwendungsnah analysiert und herausgestellt werden.

Als Inhaltsschwerpunkte spezialisiert sich das Kompetenzzentrum auf folgende Themen mit den zugehörigen Schwerpunktfragen.

Geschäftsmodelle:

  • Wie kann ich meine Ideen umsetzen und gewinnbringend vermarkten?
  • Wie kann ich mithilfe neuer Technologien und Prozesse meinen Wettbewerbsvorteil ausbauen?

Produktionsautomatisierung:

  • Wie lassen sich Maschinen mit wenig Aufwand in eine flexible, automatisierte Fertigung einbinden?
  • Wie kann Maschinensoftware, z.B. SPS-Programme, mit geringem Aufwand und gleichzeitig hoher Qualität erstellt werden?

Intralogistik:

  • Wie kann die Qualität und Effizienz entlang der Produktionskette vom Wareneingang bis zum Warenausgang verbessert werden?
  • Wie können logistische Systeme sinnvoll geplant und verbessert werden?

Arbeit 4.0:

  • Wie wird der Mensch einfach und ergonomisch durch technische Unterstützungssysteme entlang der Produktionskette entlastet?
  • Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Tätigkeiten und die Qualifikation der Mitarbeiter in der Produktion?

Digitaler Handel:

  • Wie gehen (Groß-)Händler oder Hersteller Digitalisierungsprojekte zielführend an?
  • Wie präsentieren sich Unternehmen professionell im Internet?
  • Wann sollten sie auf einem Online-Marktplatz präsent sein?

Finanzen:

  • Wie lassen sich Finanzprozesse im Back-­Office optimal abwickeln?
  • Wie können Unternehmen ihre Rechnungsprozesse effizient ­digitalisieren?
  • Welche Zahlungsmöglichkeiten sollten Händler in ihrem Online-Shop anbieten?

Projektpartner

  • Cluster Mechatronik&Automation
  • fortiss GmbH
  • Fraunhofer IGCV
  • Fraunhofer IIS/SCS
  • TUM - Lehrstuhl fml
  • TUM - iwb (Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften)
  • VDMA Bayern
  • ibi research an der Universität Regensburg GmbH

Förderung

Das Projekt Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Augsburg wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und vom Projektträger Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) betreut.

Ansprechpartner

Johannes Zeiler, M.Sc.

Die Leitung und Expertise im Schwerpunkt Intralogistik liegt hierbei beim Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik (fml).

Weitere Informationen zu den Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren finden Sie auf der