Problemstellung

Die voranschreitende Entwicklung automatisierter Fahrzeuge wird globale Auswirkungen auf die Gesellschaft haben. Für die endgültige Einführung automatisierter Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen ist die technologische Perspektive jedoch nur ein Aspekt. Das Ersetzen des menschlichen Fahrers stellt große Herausforderungen dar, die weit über Sensorik und Aktorik hinausgehen. Insbesondere werden Algorithmen moralisch schwierige Entscheidungen treffen müssen, auf die es in Forschung und Industrie noch keine Antworten gibt.

Ziel

Das Ziel dieses Projektes ist es, ethisches Verhalten in die Trajektorien- und Verhaltensplanung automatisierter Fahrzeuge zu integrieren. Nachdem klassische ethische Theorien, wie beispielsweise Deontologie oder Utilitarismus entscheidende Nachteile für den realen Einsatz in automatisierten Fahrzeugen aufweisen, soll der Fokus in diesem Projekt auf der Risikoethik liegen. In Zusammenarbeit mit dem TUM Institute for Ethics in Artificial Intelligence sollen dabei interdisziplinäre Forschungsfragen beantwortet werden. Aus technischer Sicht soll eine Quantifizierung und anschließende Verteilung von Risiko im Rahmen einer Trajektorienplanung untersucht werden. Dabei müssen ethische Aspekte, wie zum Beispiel die Frage nach einer fairen Verteilung von Risiko, unbedingt berücksichtigt werden.

Vorgehen

Für die Quantifizierung von Risiko im automatisierten Fahren spielen Unsicherheiten eine wesentliche Rolle. Diese müssen zunächst analysiert und bewertet werden, um eine Überführung in sogenannte Kollisionswahrscheinlichkeiten zu ermöglichen. Diese Kollisionswahrscheinlichkeiten und das sich daraus ergebende Risiko sollen in der Planung der Trajektorie berücksichtigt werden. Dabei gilt es vor allem zum einen das Gesamtrisiko zu minimieren, aber auch für eine faire Verteilung eines bleibenden Restrisikos zu sorgen. Der daraus resultierende Trajektorienplaner soll in einer empirischen Simulation hinsichtlich der Zielgrößen Sicherheit und Effizienz evaluiert werden.