Usability & Akzeptanz eines dynamischen Informations- und Warnkonzepts

  • Projekttyp: Forschungsauftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) (FE-Nr. 82.0783/2021)
  • Forschungsfeld: Automatisiertes Fahren
  • Ansprechpartner: Burak KarakayaJulia Graefe
  • Projektzeitraum: 03/2022 - 08/2024

Projektübersicht

Seit März 2023 bearbeitet der Lehrstuhl für Ergonomie im Rahmen eines Forschungsauftrags von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ein Projekt, in dem ein dynamisches Informations- und Warnkonzept hinsichtlich dessen Usability und Akzeptanz bewertet werden soll. Dieses Konzept und weitere Rahmenbedingungen werden zunächst zusammen mit dem Unterauftragnehmer proband15 GmbH entwickelt und sollen im Anschluss am Lehrstuhl für Ergonomie in einer Fahrsimulation validiert werden.

Motivation und Ziele

Immer mehr Fahrerassistenzsysteme (FAS) halten Einzug in den Fahralltag. Allein der ADAC e.V. (2022) listet 22 verschiedene FAS, u.a. Abstandsregelautomat oder Abbiegeassistent. Hinzu kommt die fortlaufende Erweiterung des Angebots an Fahrerinformationssystemen (FIS), u.a. Navigationsanzeige oder Tankfüllung. Mit der neuen EU-Verordnung (EU 2019/2144, 2022), gültig seit 6. Juli 2022, gelten diese teilweise sogar als Voraussetzung zur Typgenehmigung. Diese wurde insbesondere in Artikel 6 um folgende hochentwickelte FAS erweitert, mit denen Neuwagen ausgestattet sein müssen: a) intelligenter Geschwindigkeitsassistent, b) Vorrichtung zum Einbau einer alkoholempfindlichen Wegfahrsperre, c) Warnsystem bei Müdigkeit und nachlassender Aufmerksamkeit des Fahrers, d) hochentwickeltes Warnsystem bei nachlassender Konzentration des Fahrers, e) Notbremslicht, f) Rückfahrassistent und g) ereignisbezogene Datenaufzeichnung.

Die stetige Entwicklung der FAS führt dazu, dass diese vermehrt komplexe Informationen in Echtzeit verarbeiten und darstellen. Aktuelle Systeme basieren zunehmend auf einer Vielzahl an Sensoren und intelligenten Algorithmen (Sensordatenfusion). Dies hat zur Konsequenz, dass Zustände häufig nur mit einer gewissen Sicherheit, bzw. Wahrscheinlichkeit angegeben werden können. Gleichzeitig bedeutet es, dass mehr und komplexere Informationen dargestellt werden müssen, um diese Systeme erfolgreich bedienen zu können. Um eine kognitive Überforderung zu vermeiden, müssen Informationen selektiv und in Abhängigkeit der aktuellen Situation präsentiert werden.

Mit steigender Kritikalität, bzw. Gefahrenpotenzial einer Situation muss die Anzeige dynamisch salienter werden und in den Vordergrund gerückt werden. Nach Fecher und Hoffmann (2015) umfasst diese Kaskade drei Stufen: Aufmerksamkeit erregen, auf Situationen hinweisen oder auf Aktionen hinweisen.

Ziel dieses Projekts ist es, basierend auf diesem Ansatz ein kontinuierliches Anzeigekonzept zu entwickeln. Dieses soll sich nicht nur auf einzelne Assistenzsysteme beschränken, sondern mehrere Systeme vereinheitlichen, um so eine ganzheitliche Informationsdarstellung zu gewährleisten. Zur Darstellung können je nach Kritikalität einer Gefahrensituation und Konfidenz in die Datenlage unterschiedliche Modalitäten genutzt werden.

Literatur